Angeln

"Einen Grund, warum die Fische heute nicht beißen, gibt es immer !"

-Zitat des ortskundigen Kontrolleurs der zuständigen Aufsichtsbehörde-


Und dann breitete er seinen gesamten Erfahrungsschatz

über die Klagen der Angler vor uns aus:


  • zu warm
  • zu kalt
  • zu schnelles Absinken des Wasserstandes
  • heute ist Vollmond
  • heute ist Neumond
  • zu starke Algenblüte
  • zu klares Wasser
  • zu trübes Wasser
  • zu viel Wasser
  • zu wenig Wasser
  • zu helle Uferbeleuchtung
  • zu windig
  • falsche Windrichtung
  • zu viele Beutefische im See
  • zu überfischt
  • ...

Der Diemelsee hat sicherlich seine Besonderheiten und die Fische müssen (das gilt insbesondere für die Zander) vergleichsweise härter erarbeitet werden, als z. B. am Rhein. Vielleicht helfen aber auch die folgenden Angelweisheiten aus eigener Erfahrung darüber hinweg, wenn sich der Erfolg nicht einstellen will und der Angler als "Schneider" nach Hause gehen muss:

 

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Wenn die Fische keinen Hunger haben, beißen sie auch nicht.

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Aus dem Wasser springende Fische beißen auch nicht - die stellen nämlich gerade Insekten nach

oder werden selbst von Raubfischen gejagt. Der angebotene Köder ist dann nur von untergeordneter Bedeutung.

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Jeder Fisch sollte auch seine Chance haben.

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Die Kunst des Angelns ist es, die individuellen Umweltbedingungen des jeweiligen Gewässers sowie die eigene Angelmethode und Ausrüstung in der Weise aufeinander abzustimmen, dass die Wahrscheinlichkeit, den Zielfisch zum Anbiss zu überlisten, am höchsten ist. Als Alternative bietet sich die Möglichkeit, auf das viel zitierte Anglerglück zu warten und bis dahin den kontemplativen Angel(hot)spot meditativ versunken zu genießen, also ein kleines Schläfchen zu halten ;-).


Manchmal, wenn sich der Angelerfolg einfach nicht einstellen will, entschädigen auch ein fantastischer Sonnenuntergang, bestenfalls im Angelboot auf dem See, ein freundliches "Petri Heil" eines Angelfreundes oder dann doch völlig unerwartet der forsche Tock eines Zanderbisses.


... und hier ein 360-Grad-Schwenk aus dem Angelboot über den herbstlichen Diemelsee. Das Wasser wird wieder kühler, der See ruhiger, der Wasserstand niedriger und die Raubfische legen noch einmal so richtig los vor der Winterpause. - Perfekte Angelbedingungen!

Und nun der Knüller für passionierte Raubfischangler

Angelhotspots am Diemelsee aus eigener Erfahrung!


So kann der Angelerfolg aussehen:

Video zum Appetit holen für das Angeln auf Zander und Hecht am Diemelsee. Video über das Barschangeln am Diemelsee.

Aktuelles rund um das Angeln am Diemelsee gibt es unter diesem Link: INFOS

Besonderheiten des Gewässers aus eigener Erfahrung:


  • Ab dem Frühsommer wird der See kontinuierlich abgelassen, denn das Wasser speist die Weser zur Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs. Die Reviere der Raubfische ändern sich dann ständig und machen diese launisch. Wo heute ein Angelhotspot war, kann morgen der Erfolg schon ausbleiben.


  • Im Herbst wird der See auf nahezu 1/4 seines Fassungsvermögens abgelassen. Eine gute Gelegenheit, sich vielerorts das Ufer- und Bodenprofil einzuprägen für den Angelausflug im nächsten Frühjahr bei Vollstau (natürlich außerhalb der Schonzeit). Bei zwei Zuflüssen (Itter und Diemel), einsetzender Schneeschmelze und im besten Fall noch ergiebigen Regenschauern ist der See im Nu wieder voll - der Rekord lag bei 2 Tagen von 1/4 bis zum Vollstau.


  • Zu spannenden Situationen kann es kommen, wenn die von "Freizeitkapitänen" angemieteten Elektroboote im Zickzackkurs auf das Angelboot zusteuern und es im letzten Moment irgendwie noch schaffen, in einem mehr oder weniger waghalsigen Manöver abzudrehen. Daher beim Schleppangeln am besten einen Sideplaner mit farbigen Aufsatz verwenden. Das macht den Angelradius sichtbarer. Die Sideplaner von "Ghost" sind u. E. die stabilsten bei den mitunter recht rauen Wetterverhältnissen und konnten schon viele Kollisionen des Elektromotors mit der Angelschnur vermeiden. Ohne Sideplaner hatten wir tatsächlich einmal ein Elektroboot an der Angel. Ein kapitaler Waller könnte nicht schneller die Rolle leer machen :-). Alles ging gut, da sich der Köder mit Haken gerade noch vor Schnurende wieder vom Motor löste. So geschehen in der Nähe der Taucherbucht. Der Schreck steckte uns lange in den Knochen. Wenn Sie sich also mit dem Gedanken tragen sollten, ein solches Motorboot für den Freizeitspaß anzumieten, sei Ihnen der Spaß absolut gegönnt. Doch denken Sie bitte an die Schleppangler, die evtl. keinen Sideplaner nutzen :-).


  • Als Kinder verbrachten wir oft die Sommerferien am Diemelsee und es gab Sommer, da regnete es den ganzen Urlaub. Trotzdem wurde es nicht langweilig, obwohl es noch kein Handy, Notebook oder Tablet etc. gab. Das ist mittlerweile Geschichte. Der Klimawandel macht sich bemerkbar. Sonne satt und im Zweifel gibt es im DIEMELBLICK 26 bekanntlich im ganzen Haus kostenloses WLAN, wenn es einmal regnen sollte. Auch die nahen Indoor-Freizeitmöglichkeiten sind heute mit dem Angebot aus Kindertagen nicht mehr vergleichbar.


  • Die Sonneneinstrahlung ist nicht zu unterschätzen. Sie befinden sich zwar nicht im sonnigen Süden, doch gerade am oder auf dem Wasser kann sich ein Sonnenbrand innerhalb kürzester Zeit entwickeln. Die Sonne und auch die Wetterumschwünge werden am See manchmal unterschätzt. Wetterkapriolen sind extremer geworden, jedenfalls gefühlt. Schien eben noch die Sonne, kann sich innerhalb von Minuten das Bild ins Gegenteil verändern, Sturm über das Wasser fegen mit Starkregen und sportlicher Gegenströmung im Oberflächenwasser. Bei entsprechender Wettervorhersage immer den Himmel oder eine Regen-App im Blick behalten und entsprechende Kleidung einpacken, wenn es zum Angeln ans Ufer oder mit dem Boot auf den See geht. Wir sahen oft schon Boote am Ufer stranden, weil sie nicht rechtzeitig vor dem Unwetter zurück in den sicheren Hafen gelangten. Sie befinden sich halt in den "Sauerländer Highlands". Gerade Großstädter (uns eingeschlossen) unterschätzen dies leicht. Im Laufe der Jahre schärfen sich dann die Sinne... Wenn Sie doch einmal in eine solche Situation geraten, bleibt Ihnen oftmals nur noch, irgendwo am Ufer das Boot festzumachen, sich in Sicherheit zu bringen und abzuwarten. Manchmal ist der Spuk schon nach wenigen Minuten vorbei. Also bringen Sie sich bitte rechtzeitig in Sicherheit, gerade bei herannahendem Gewitter.


  • Zuletzt noch einige Tipps für Friedfischangler: Erfahrungsgemäß sind die besten Angelstellen dort, wo einen Tag zuvor ein anderer Angelkollege kräftig angefüttert hat. Wir sind zwar keine passionierten Friedfischangler, haben aber beobachtet, dass sich insbesondere Angler montags an die Stellen setzen, die am Wochenende angefüttert wurden. Der Angelerfolg spricht für sich. Manchmal ist noch nicht einmal ein weiteres Anfüttern notwendig.


  • Hartnäckig hält sich das "Gerücht", dass es im Diemelsee gute Bestände an Schleien, Karpfen und sogar Rapfen gibt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Schleienbestand im Diemelsee leider stark rückläufig ist. Ein Grund könnte der offensichtliche Anstieg des Welsbestandes sein, vermutlich wegen einer Fehlplanung im Zuge der Besatzmaßnahmen, so zu hören von Friedfischanglern mit jahrzehntelanger Kenntnis der Gewässerverhältnisse. Dafür sind die gut genährten Welse mit Längen von 120 cm und mehr keine Seltenheit mehr.


  • Wir werden auch immer wieder nach den besten Stellen zum Karpfenangeln gefragt. Tatsächlich wird dies in manchen Hochglanzprospekten oder Angelforen im Internet verbreitet. Dazu lässt sich berichten, dass wir bisher weder einen im Diemelsee gefangenen Karpfen gesehen, noch davon gehört haben. In diesem Zusammenhang ein Hinweis an die Raubfischangler: Auch Rapfen sollen sich im Bestand des Diemelsees befinden. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser Fisch grundsätzlich ein Strömungsfisch ist, wollen wir einen Rapfenbestand nicht gänzlich für den Diemelsee ausschließen. Von einem Fang können wir aber nicht berichten. Dieser Fisch hat sein natürliches Habitat bekanntlich im Fluss (unser PB: 62 cm, Rhein-Km 693, Köln im Jahr 2018).


  • Gleichwohl ist der Diemelsee reich an Fischbeständen und -arten: Hecht, Zander, Barsch, Wels, Forelle, Aal, Rotauge, Rotfeder, und vor allem (große) Brassen werden aus eigener Erfahrung am häufigsten im Diemelsee gefangen.


In diesem Sinne

PETRI  HEIL